Wenn ich mal alleine unterwegs bin.... 

... dann geht sicher irgendwas schief :D

 

Das war so am Donnerstag... ich bin nämlich nach Ewigkeiten mal wieder mit den Öffentlichen gefahren.

Normalerweise tue ich das nur zusammen mit meiner Gefolgschaft (in Form des einzigartigsten Ehemannes). Dann muss ich nämlich gar nichts tun: Der Mann sucht die Strecke raus, die Zeiten, kauft die Tickets für die 1. Klasse ;-) und nimmt mich dann an die Hand bis wir am Ziel sind. Das ist ein sehr gutes Vorgehen, wenn man mit mir verheiratet ist und weg will - da kann (fast) nichts schief gehen.

 

Wenn ich nicht mit meiner Gefolgschaft unterwegs bin, düse ich mit meiner Kutsche meinem Auto durch die Gegend - damit komme ich sehr gut zurecht. :D

 

Nun war ich am Donnerstag zum gemütlichen Käffchen um 9.30 in Zürich verabredet. Da ich diese morgendliche Zeit immer mit viel Verkehrt in Zürich in Verbindung bringe, entschied ich mich dafür, ausnahmsweise mal mit den Öffentlichen zu gehen - vor allem da ich m 11.30 einen Termin in Zürich-Affoltern hatte und die Zugverbindung besser ist, als die Autostrecke ;-) (zumindest für mich ;-)))

 

Ich bereitete mich also eine Woche vorher zusammen mit meinem Psychiater, 50 verschiedenen Tabletten und dem guten Zureden meines Mannes darauf vor, alleine mit den ÖV nach Zürich zu fahren - und was soll ich sagen: ich habe überlegt :D Meine Nerven wurden strapaziert, aber ich habe überlebt..

 

Es find schon beim Ticketkauf an: Erst noch ganz einfach, wollte die App wissen, wann ich wohin fahren will - das ging noch gut, doch dann schlug mir die App 3 Möglichkeiten des Reiseweges vor - und schon war es vorbei. Woher soll ich denn wissen, welche Strecke die Richtige ist... Ob über Lenzburg, oder Mellingen oder Zürich??? Und dann waren etliche Zonen angegeben, die man durchfahren würde...

 

Ich hatte keine Ahnung und entschied mich dafür, es so zu machen wie beim Einkaufen immer: Das Teuerste wird schon passen :D

 

Nach dem Kauf der Tickets, schaffte ich es dann fast problemlos, zeitig loszugehen, den richtigen Bus und die richtigen Züge zu nehmen und mein Ziel zu erreichen. Ich war stolz auf mich, hatte den Kaffee und das nette Treffen wirklich verdient und genoss den Vormittag.

 

Der Rückweg war dann nicht ganz so leicht... Ich tat mich erneut schwer mit der Strecke und entschied mich wie vorher ;-) Dann wollte die App wissen, ob ich eine Tageskarte oder ein Einzelbillette möchte. Da ich nur noch nach Hause musste, wählte ich "Einzelticket" (zumindest dachte ich das) und wunderte mich am Anschluss, wie sehr die SBB die Preise doch erhöht hatte, seit ich nicht mehr im ÖV unterwegs bin.. Ich stolperte aber nicht weiter über den tatsächlich sehr hohen Preis und kaufte das Ticket... Irgendwann viel später (ich nervte mich immer noch über die Preise der SBB) kam eine Kontrolle und ich zeigte mein Ticktet vor - und schwups, da sah ich, dass ich die Tageskarte für den doppelten Preis gekauft hatte... kein Problem, wir haben's ja.

 

Nachdem der Kontrolleur weg war, las ich weiter in meinem Buch. Ich las, und las, der Zug stoppte, ich las, und las, die Leute stiegen aus und ein, ich las und las, die neuen Leute setzten sich, ich hatte genug vom Lesen und klappte das Buch zu, ich schaute aus dem Fenster und streifte mit meinem Augen das Schild "Lenzburg", die neuen Leute hatten fast alle Platz genommen, und dann schoss er mir durch den Kopf - der Gedanke: "Scheisse, Lenzburg, da war doch was....??? Pummelfee, ich glaub, du musst hier raus!!!

Ich sprang auf, schnappte Buch, Tasche, Jacke, Handy und Ladegerät und hechtete aus meinem Viererabteil. Dummerweise hatten sich erst fast alle neuen Leute gesetzt und ein älterer Herr stand noch im Gang herum. Ich hatte keine Zeit mehr für Höflichkeiten und anständiges Benehmen und so begab es sich, dass der sicher nette Herr Opfer meiner Hechtattacke wurde und nicht gerade sanft meinen Astralkörper "streifte"... Ich hörte dann ein etwas empörtes, erstauntes und fragendes "Entschuldigung????" Musste aber unbedingt noch die sich bereits schliessende Tür erwischen.

 

Und was soll ich sagen - mit der Grazilität eines Elefanten beförderte ich meinen eben noch so gemütlich dasitzenden Körper in letzter Sekunde aus dem Zug bevor dieser anfuhr... 

 

Erst das überteuerte Ticket und dann völlig vergessen zu schauen wo/wann ich umsteigen muss...

 

Naja, nach der Aufregung war ich dann sehr aufmerksam und schaffte es heil (sowohl ich als auch meine Mitreisenden) nach Hause.. Es ist eindeutig entspannter, wenn mein Kerl dabei ist und mir immer pünktlich sagt: wir müssen dann die Nächste raus.. - aber meins war dafür aufregender :D

 

Ich werd trotzdem erstmal wieder Auto fahren ;-)

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