Von Bierbäuchen und Lesben aka Gender

Das Schöne an meinem Beruf als Lehrerin sind natürlich die unterrichtsfreien Zeiten - so wie sie gestern erneut für zwei Wochen angefangen haben ;-) Allerdings, nur weil ich "frei" habe, habe ich nicht wirklich frei.... Tatsächlich arbeite ich diese Woche an Vorbereitungen - und dann ab nächster Woche habe ich auch frei ;-) Aber es ist schon schön, den Unterrichtsalltag für kurze Zeit nicht im Nacken zu haben.

 

Etwas, das ich gerade beenden konnte, war das Korrigieren von Soziologieprüfungen, die letzte Woche noch geschrieben wurden... Und wie öfter mal, haben mich einige - vor allem aber eine - Schülerin, so zum Lachen gebracht, dass mir die Tränen liefen.... Selbst der einzigartigste Ehemann musst schallend lachend, als ich ihm eine Antwort aus der Prüfung vorlas.... Und wenn Prinzessin und Mann es für lustig befinden, darf auch die Welt daran teilhaben...

 

Das Thema der Prüfung war "Gender". Wem das nichts sagt: Es geht grundsätzlich um "typisch Mann (Junge), typisch Frau (Mädchen)" und die Bewegung, dass die Geschlechterrollen heute gleichgestellt werden sollen, damit es eben diese Unterschiede nicht mehr gibt. Im Unterricht wurden dann Dinge besprochen, wie z.B. Gender im Hort oder in der Krippe aussehen kann. Wo ist es sinnvoll, typische Rollenbilder mal sein zu lassen und wo können sie aufrecht erhalten werden... Wir bezogen dies dann auf Aussagen, die von den Fachpersonen oft gemacht werden, auf Kleidung der Kinder, auch auf die Einrichtung (soll es "typische" Jungsecken und "typische" Mädchenecken geben, oder gemischte Spielräume usw...

 

Auf jeden Fall kam am Ende der Prüfung als "ResümeeFrage" die Aufforderung, seine eigene Meinung bezüglich der Gender-Thematik nochmals zu beschreiben. Gedacht war eine Antwort, die sich natürlich auf das Arbeitsfeld bezog, auf den Umgang mit den Betreuten.

Eine Schülerin hat das irgendwie nicht ganz mitbekommen und dann eine sehr ausführliche und vom Thema völlig wegschweifende Antwort vom Stapel gelassen... Sie kam über nackte Oberkörper in New Yorker U-Bahnen bei Männern und/oder Frauen zu Lesben, denen das evtl. gefallen würde. Bierbäuche wurde selbstverständlich ausgenommen - die will ja keiner sehen. Ihre Gedanken führten dann kurzweilig zum Thema Abtreibung und das Mitspracherecht für Männer, wobei sie zugegebnermassen selbst bemerkte, dass sie abschweift und dies auch so in der Prüfung festhielt...

Meine Güte, hab ich gelacht... Vieles davon hat nichts mehr mit Gender zu tun, aber da ich so gelacht und erheitert wurde, gab's trotzdem Punkte (ok, es lag eher daran, dass der erste Teil der Antwort besser war ;-) Aber nun - seht selbst:

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