CH-PAss zum Ersten

Sodele, da ich gerade viel Zeit habe und sich ausnahmsweise etwas in meinem Leben tut, gibt es hier erneut einen kleinen Beitrag.

Die Prinzessin hat entschieden, dass sie multikulturell ist und dies auch irgendwie zeigen oder deutlich machen muss. Ausserdem will sie den einzigartigsten Ehemann mal wieder in irgendwas übertreffen, was nicht nur mit Gewichtszunahme zu tun hat...

Also ist die Entscheidung gefallen, dass ein zweiter Pass beantragt wird. 

Den Deutschen habe ich ja sowieso und den wird mir sobald wohl auch niemand wegnehmen (vorausgesetzt es bleibt für immer ein Geheimnis, wer meine wahre Familie ist.... ;-))

 

Nachdem ich nun schon seit 11,5 Jahren in der Schweiz herrsche und mein lieber Ehemann nur über einen Pass verfügt, habe ich also beschlossen, dass ich zukünftig zwei Pässe möchte. Mein D-Pass soll mit dem CH-Pass ergänzt werden.

Farblich passen die Zwei zwar gar nicht zusammen sondern beissen sich eher, aber durch meine Ehe weiss ich, dass Dinge, die sich manchmal "beissen", trotzdem auch ganz gut passen können ;-)

 

Neben dem Grund, dass ich dann meinen Mann auslachen kann, weil er nur einen Pass hat und ich ihn als "Ausländer" betiteln darf, sobald wir die deutsche Grenze überfahren haben, er mich aber auf dem Rückweg dann nicht mehr so betiteln darf, gibt es den weiteren Vorteil, dass ich dann endlich auch mal politisch in der CH mitreden darf.

Im Gegensatz zu Deutschland hat die Schweiz ja den Vorteil, dass das Volk tatsächlich noch seine Meinung kund tun darf und dies Auswirkungen hat. Und da möchte ich mitmischen. Bisher musste ich mir jedes Mal bei Abstimmungen eine neue Schandtat überlegen, wie ich es schaffe, die Wahlunterlagen meines Ehemannes ausfüllen zu können, bevor er die falschen Kreuze macht.... Da gab es dann halt mal KO-Tropfen ins Essen, ein neues Türschloss, angekündigte sexuelle Aktivitäten im oberen Stockwerk die dann mit Eingesperrtsein im Schlafzimmer endeten oder einen fingierten Ehekrach bei dem er ausziehen musste, damit ich die Wahlunterlagen für mich hatte...

 

Da es ja aber so nicht weiter gehen kann, möchte ich nun auf meinen eigenen Unterlagen die richtigen Kreuze machen. Also muss eine Einbürgerung her.

 

Folgender Satz berechtigt mich momentan dazu:

"Ausländische Ehepartner von Schweizerinnen oder Schweizern, die seit einem Jahr in der Schweiz wohnen, können die erleichterte Einbürgerung nach einer dreijährigen Ehedauer beantragen, sofern sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt haben."

 

Und so kommt es, dass ich momentan in diesem Prozedere stecke.

Was durfte ich ziemlich als aller Erstes lernen: Wenn du den Pass willst, brauchst du neben dem Mann auch etwas Geld.

Es war mir klar, dass die ganze Sache nicht gratis ist, aber dass der Spass einige viele Hundert Franken kostet hat mich dann im ersten Moment doch erstaunt...

Aber: den einzigartigsten Ehemann alleinig als "Ausländer" in D betiteln zu dürfen ist es mir wert.

 

Womit ich nicht sofort gerechnet hatte, waren die kleinen Extrakosten, über die ich mich heute eigentlich aufregen möchte....

Neben dem Antrag, den ich ausfüllen muss, gibt es ein paar Unterlagen, die beizulegen sind. Dazu zählen z.B. ein Familienausweis und die Wohnsitzbescheinigung der letzen fünf Jahre.

Den Familienausweis musste ich im Geburtsort meines Mannes beantragen - und ja die Zustellung dieses DIN A 4 Blattes kostet 40,- Franken. Ist so ein Stück ehemaliger Baum mit Tinte drauf durchaus wert...

 

Bei der Wohnsitzbescheinigung hatte ich mir dann überlegt, kann es ja nicht so aufwendig sein. Ich ruf kurz auf meiner jetzigen Wohnsitzgemeinde an und bitte um die Zustellung meiner Wohnorte der letzten fünf Jahre (durch zwei Umzüge in der Zeit sind es in meinem Fall 3 verschiedene Wohngemeinden)

Die Dame am Telefon bestätigte mir dann auch sofort, dass sie mir die Bescheinigung für den jetzigen Wohnort seit dem Zuzug gerne bestätigen kann, dass ich für die Wohnorte davor aber jeweils auf der zuständigen Gemeinde anrufen muss. 

Sie teilte mir mit, welche beiden das waren (vielleicht hatte ich ja vergessen, wo ich vorher schon überall gewohnt habe)

Auf meine Nachfrage, warum sie nicht alle Wohnorte auf einem Blatt auflisten kann - vor allem wenn sie diese vor sich sieht - erhielt ich nur die Info, dass das nicht ihre "Zuständigkeit" sei...

 

Was für ein Blödsinn! Ich brauch nen Zettel, wo drauf steht, wo ich die letzten fünf Jahre Wohnt habe.. Das sind konkret 3 Zeilen:

von dann bis dann in xxxx

von dann bis dann in xxxx

seit dann in xxx

Und das kann sie nicht schnell erledigen, sondern darf nur den letzten Satz für mich tippen, ausdrucken und schicken????

Aber ok, ich will den CH-Pass, also halte ich mich an die Gesetze, auch wenn ich das nicht ganz verstehe.... Sie verspricht mir also, den ehemaligen Baum mit Tinte in DIN A4 Format sofort zu schicken - allerdings kostest dies 20,- CHF plus 1,- CHF Porto....

Klar, Pummelfee, nicht aufregen... DU wolltest ja den Pass...

Da mir in dem Moment klar wurde, dass auch die anderen Gemeinden jeweils für Baum und Tinte Geld wollen würden, machte mich das gewissermassen "unruhig" ok, sauer...!

Zumindest in meiner Wohngemeinde hätte diese Leistung gratis erwartet - immerhin zahle ich (auch ohne Pass) meine Steuern, die sicher auch diesen Teil mit abdecken.... Aber egal.

 

Anschliessend rief ich also die anderen beiden Wohngemeinden an, bei denen es ähnlich lief: jede für sich würde mir gerne die Bestätigung schicken - bei Gemeinde A kostet es 20,- CHF (das Porto ist gratis) bei Gemeinde B kostet es 30,- CHF (keine Ahnung ob die für ihr Papier Teak-Bäume nehmen....)

 

So kamen also schnell nochmal 100,- CHF zusammen für vier Stück Papier mit Infos drauf, die man auf zwei Stück Papier (Familienausweis und Wohnbestätigung) hätte machen können....

 

Soweit zum Thema CH-Pass und Wohnsitzbescheinigung... Es folgen dann noch andere Themen zu der ganzen Pass-Sache ;-)

 

 

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