Wer lesen kann...

... ist besser dran! 

Klar im Vorteil ist, wer diese Fähigkeit nicht nur beherrscht, sondern zusätzlich auch zu nutzen weiss und konsequent anwendet.

 

Wer dies nicht tut (oder kann) muss sich dann halt zwischendurch von so einer besser wissenden Prinzessin den eigenen Job oder eine Aufgabe innerhalb eben diesem erklären lassen...

 

Und das sieht dann so aus:

Verfolger des Alltags von der Pummelfee haben hier erfahren, dass ich den CH-Pass beantragt habe.

 

Nun bekam ich diese Woche erneut Post, die mich "etwas" in Aufregung und Ungläubigkeit versetzte.

Die Einbürgerungsabteilung des Kanton ZH sendete mir ein Schreiben, teilte mir dort mit, dass sie vom SEM mit der Bearbeitung meines Gesuchs beauftrag wurden und dass dafür wiederum Unterlagen benötigt werden, die "fehlen"

 

WAS??? Unterlagen fehlen?? Also echt Leute! Ja, ich kann im Alltag manchmal etwas neben der Spur wirken, neige zu schusseligen Aktionen und man mag mir die eine oder andere "spezielle" Handlung unterstellen, ABER: in Dingen, die wichtig sind, bin ich zu einem ziemlich hohen Prozentsatz sehr zuverlässig....

Natürlich hatte ich genauestens gelesen und angestrichen, welche Unterlagen für mein Gesuch nötig sind, diese besorgt und lückenlos eingesendet... Und nun "fehlen" Unterlagen? 

 

Das muss dann wohl daran liegen, dass das Bedürfnis nach eben diesen Unterlagen in keinem Dokument festgehalten war.... Bleibt die Frage offen, wer Schuld an dem Versäumnis trägt....

 

Konkret handelt es sich um einen Auszug aus dem Betreibungsregister von vor 5 Jahren und um eine Bescheinigung vom Steueramt von vor 5 Jahren....

 

Egal, nachdem ich zur Kenntnis genommen hatte, dass mein Gesuch erst dann weiter bearbeitet werden kann, wenn diese Unterlagen "lückenlos" (im Schreiben des Kantons sogar fett gedruckt...) und innert 30 Tagen vorhanden sind und mich darüber geärgert hatte, machte ich mich an die Arbeit.

 

Für den Betreibungsregisterauszug war dies kein Problem. Ich schrieb dem zuständigen Amt meines damaligen Wohnortes eine Mail und bekam unverzüglich die Info, dass sie es noch am selben Tag abschicken. Erledigt.

 

Für die Bescheinigung vom Steueramt sah dies etwas anders aus. Hierfür hatte mir der Kanton ZH ein Formular gesendet, das ich mit meinen persönlichen Daten ausfüllen und dann zum weiteren Ausfüllen an das zuständige Steueramt von vor 5 Jahren senden soll, damit diese von verschiedenen Möglichkeiten die Richtige für meine damaligen Verhältnisse ankreuzen.

 

Pummelfee also das Formular ausgefüllt, ein Begleitschreiben erstellt, einen frankierten Rückumschlag beigepackt und alles an meinen damaligen Wohnort gesendet.... Zum Glück mit Telefonnummer..

 

Denn gestern klingelt das Telefon: Steueramt meines damaligen Wohnortes, Frau "Ich-hab-zwar-diesen-Job-aber-wie-der-genau-geht-muss-ich-noch-lernen" am Apparat.

 

"Guten Tag, Frau Pummelfee, Sie haben uns ein Formular wegen Ihrer Steuern aus dem Jahr 2011 gesendet. Dies kann ich leider nicht ausfüllen."

 

"Guten Tag Frau Inkompetenz in Person, ja, warum können Sie den denn nicht ausfüllen? Der Kanton ZH braucht Ihre Bestätigung und hat mir schriftlich mitgeteilt, dass es ohne nicht geht."

 

"Ich erkläre Ihnen das kurz, Frau Pummelfee. Im Jahr 2011 waren Sie noch quellensteuerpflichtig. Im 2012 sind Sie dann nach XY gezogen. Sie müssen sich also dort melden, damit die das ausfüllen"

 

"Ja, es ist richtig, dass ich damals noch quellensteuerpflichtig war. Darüber braucht der Kanton die Bestätigung von Ihnen - für das Jahr 2011! Und da ich dann noch bei Ihnen wohnte, müssen Sie und nicht Gemeinde XY das Formular ausfüllen."

 

"Aber aufgrund der Quellensteuerpflicht kann ich Ihnen keine Bescheinigung geben!" (die Tonlage so nach dem Motto: ey du dicke Pummelfee.... bist du auch noch dumm???)

 

Zum Glück hatte ich mir vorher das Formular genau angesehen und wusste, dass die einzige Aufgabe für Frau Inkompetenz in Person darin bestand, ein Kreuz (oder einen Haken) an die Stelle zu setzen, an der steht: ...... "dass die oben genannte Person quellensteuerpflichtig ist." Also entschied ich mir, ihr das freundlicherweise mitzuteilen und damit ihren Job zu machen.

 

"Frau Inkompetenz in Person, auf dem Formular gibt es ein Feld, in dem steht, dass die Gesuchsstellerin noch quellensteuerpflichtig war. Dort müssen Sie ihr Kreuzchen machen und meine erfüllte Quellensteuerpflicht damit dem Kanton bestätigen."

 

(kurzes Stammeln) "Oh, äh, warten Sie bitte schnell....." (ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie sie wahrscheinlich das erste Mal das Formular genauer ansieht und liest....)

 

"Frau Pummelfee? Ja, dann mach ich das und sende es Ihnen zurück. Ade."

 

Kürzeste Verabschiedung ever... Ob sie wohl peinlich berührt war???

 

Ganz ehrlich, jeder macht mal Fehler, aber ist es zuviel verlangt, dass die Dame ihren Job macht??

Und dazu zählt u.a. das Formular lesen... Schwierige Aufgabe ich weiss.... Aber zudem gehe ich mal davon aus, dass ich nicht die erste Person in der Schweiz bin, die die erleichterte Einbürgerung beantragt hat und damit auch dieses Formular nicht das erste Mal bei Frau Inkompetenz auf dem Schreibtisch liegt.... Ich kann mich täuschen...

 

Nur zur Sicherheit - hier auch noch mal für euch, die schwierige Aufgabe zum Anschauen.... 

Frau Inkompetenz muss ein Kreuz machen (bei der sogar fett gedruckten quellensteuerpflicht) und will mir erklären, dass es nicht möglich ist, das Formular auszufüllen.... Wer lesen kann ist besser dran!

 

 

 

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