Hier im Archiv findet ihr "alte" Beiträge aus meinem vorherigen Blog, die es bis zu "Pummelfee" geschafft haben. Viel Spass beim Stöbern ;-)

Terror-Krümel im Zug ;-)

Neulich im Zug, durfte ich einmal mehr miterleben, wie "existenziell" die lieben Mütter doch auf dieser Welt sind - oder anders ausgedrückt: wie sehr die Kinder die Eltern beherrschen :P Mama, Papa und Tochter (ca. 2-2,5 Jahre jung) betreten den Zug (noch ist die Welt in Ordnung) Schnell ein Blick nach unten ins Zugabteil - voll (aber trotzdem ist die Welt noch in Ordnung ;-)) Mama sagt: "Mir gönnt uffe go luege, da isch volle ( Für die Deutschen unter euch: Unten voll - oben sitzen gehen :D)

Auch das tut der Familienidylle noch keinen Schaden an und die Welt ist "rosarot" Doch dann ganz plötzlich ein Wechsel der idyllischen Szene. Papa mit Tochter gehen Richtung Treppe nach oben, als Mama unerwartet sagt, sie käme gleich nach. Der "ich-bin-die-liebste-Tochter-der-Welt-Blick" erlischt auf der Stelle, die Brauen ziehen sich zusammen und Tochter setzt den "das-meinst-du-jetzt-nicht-Ernst-Blick" auf. (Welt scheint nicht mehr ganz in Ordnung - zumindest aus Sicht der Tochter) Mama scheint dies aber ernst zu meinen, dreht sich um und geht die Treppe runter, Richtung WC. Grober Fehler!!! Die Welt (gar  NICHT mehr in Ordnung) und ich kommen in den Genuß das "schauspielerische Talent" kleiner "Zicken" live mitzuerleben. Im Gesicht der "süßen, kleinen" Tochter findet ein letzter "Ausdruckswechsel" statt. Sie setzt den "Das-laß-ich-auf-keinen-Fall-zu-Blick" kombiniert mit dem "Das-wirst-du-bereuen-Blick" auf und beginnt unvermittelt zu schreien. "UAAAAAAAAHHHHHHHHAAAAUUUAA, MAMAAAAAAAA!!!!!" 

Sämtliche Blicke im Zug richten sich plötzlich auf den kleinen Engel, was unser Supergirl noch anzuspornen scheint... Sie setzt den "Wow-jetzt-hab-ich-Publikum-Blick" auf und legt erst richtig los: MAMA, MAMIIIIIIIIII, MAAAAAMAAAAAA, heul, schluchtz, schrei, quengel... Nachdem sich die "Zuschauer" langsam überzeugt haben, dass dem Mädchen kein Unrecht angetan wird, wandern die Blicke gemächlich aber stetig zum Vater (der bisher noch keinen großen Anteil in dieser Story hatte) Also: Alle Augen auf PAPA: Na Alter, was wirst du jetzt tun??? Kannst du dein Girlie beruhigen?? Noch handelt es sich um interessierte und neugierige Blicke, die das Geschehen gespannt mitverfolgen.

Papa nimmt sein armes Töchterchen auf den Arm (verstehend, dass sie doch jetzt traurig ist, wo die Mama gegangen ist). Doch diese wehrt sich mit aller Macht (und Kids haben davon schon ganz schön viel - auch in körperlicher Stärke ausgedrückt) und letztendlich läßt der Vater sie wieder runter. Er ist im oberen Abteil angelangt, hat einen Sitz ergattert und möchte mit der Tochter auf die heftig ersehnte Wiederkehr der Mutter warten... Nicht so die Tochter, sie schreit weiter - in einer Lautstärke, die in den Gesichtern der Zuschauer langsam den "Schalt-das-Kind-endlich-ab-Blick" hervorzaubert. Der Vater versucht sein Bestes mit Kuscheln, Ablenken, Singen, doch das Kind verweigert alles.

Plötzlich von der anderen Seite des Abteils die Stimme der Mutter "Ich chumme grad,(Name des Mädchens), wart bitte gschnell" und damit verschwindet das geliebte Wesen Mutter...klar, welche Reaktion nun vom Kind kommt, oder?? Da hatte sie kurz die Mutter gehört, gehofft, und dann war sie doch ins WC verschwunden.... Nun legt die kleine den TurboBoost ein - und weder Vater noch Zuschauer haben eine Chance zu entkommen, denn der Zug bewegt sich inzwischen. Die Blicke der Zuschauer ändern sich rapide schnell, die "Ach-ist-die-Kleine-süß-Blicke" die schon in die "schalt-das-Kind-endlich-ab-Blicke" gewechselt hatten gingen nun über in die "wenn-du-nicht-gleich-was-machst-dann-mach-ich-was-Blicke", die den Vater hart aus allen Richtungen trafen. Er tat mir fast etwas leid, denn er versuchte wirklich alles.

Ich fand das ganze recht amüsant, erlebe ich es doch im Arbeitsalltag immer wieder, und wartete gespannt auf die weiteren Reaktionen des Vaters, aber auch die Rückkehr der Mutter. Innerlich hatte ich schon Wetten mit mir abgeschlossen, wie die Reaktion des Kindes bei der Rückkehr der Mutter sein würden und wollte dies selbstverständlich bestätigt sehen....Also lag ich entspannt in meinem Sitz und beobachtete belustigt den weiteren Verlauf. Die Tochter gab alles - und wie fast zu erwarten - gab der Vater nach und ging mir ihr Richtung "Da-ist-Mama-verschwunden" oder "WC".  Selbstverständlich schrie das Girlie auch während des Weges, denn noch hatte sie ihr Ziel (Papa bloßstellen??) nicht genügend erreicht ;-) Die Blicke der am nächsten sitzenden Personen zeigten Dankbarkeit und ihre angespannten Gesichtszüge entspannten sich langsam (zu cool das zu beobachten ;-)) Als der Vater dann endlich mit der Kleinen am Ende des Abteils angekommen war, kam die Mutter aus dem WC, nahm (etwas genervt) ihre Kleine auf den Arm - und in dem Moment: STILLE - fast schon quälende Stille... "Wie-hatte-sie-das-so-schnell-geschafft????? war in den Augen der meisten zu lesen, sie hat sie doch "nur" auf den Arm genommen - wie der Vater zuvor auch schon.... Ich grinste amüsiert und wurde einmal mehr darin bestätigt, dass Kinder einfach eine außergewöhnliche "Macht" haben können.... ;-) Ruhe war eingekehrt und hielt an  - alle waren zufrieden und die Welt wieder in Ordnung - oder nicht??

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Am Bahnhof

Es war einmal: Ich war im HB bei den Schließfächern und hatte gerade meine Sachen rausgeholt, wollte mich gemütlich auf den Weg zu den Gleisen machen, als neben mir ein jüngeres, endpubertierendes Mädchen einen halben Zusammenbruch bekommt. Schnell atmend und aufgeregt fragt sie mich, ob ich kurz auf "ihr Schließfach" schauen könnte, sie käme gleich wieder... Was genau ihr Problem war, konnte ich in ihren "Gehaspel" nicht entschlüsseln. Nett, wie ich ja nunmal bin, wartete ich also mit meinen Habseligkeiten vor "ihrem" Fach, als mir auffiel, dass dieses verschlossen war. Was genau machte ich also hier??? Wer außer ihr, sollte denn da heran kommen (ausgenommen die Panzerknacker natürlich)??? Aber meine gute Erziehung hielt mich davon ab, meinen derzeitigen Standort zu verlassen.

 

So stand ich pfeiffend und Leute beobachtend da, als das besagte endpubertierende Mädchen wiederkam. Ich dachte: Oh, wie schön, Schluß mit dieser "speziellen" Begegung der besonderen Art.... Doch: getäuscht. Sie wollte unvermittelt von mir wissen, wie sie denn an die zuständigen Personen für die Schließfächer kommt. (Wo war das "Danke" für meine (nutzlose?!?) Hilfe??? Und viel wichtiger: Woher sollte ich das wissen?????

 

Naja, ich sagte ihr, dass ich auch nicht sicher sei, aber vielleicht hätte sie eine gute Chance unter der Servicenummer, die auf einem Schild gegenüber von uns, überdimensional angebracht war (vielleicht war die Größe der Grund, warum sie dies noch nicht gesehen hatte....) Sie hielt kurz inne und rief dann die zuständige Nummer. Nachdem niemand ranging, empfahl ich ihr, sich doch (wie weiter auf dem Schild angegeben) bei dem Personal am Servicepoint um die Ecke zu melden..... So schnell wie sie gekommen war, war sie auch wieder verschwunden - und ich stand (immer noch pfeiffend und pflichtbewußt) weiter vor ihrem Fach.

 

Während ich wartete, sprach mich eine andere Frau an, ob ich ihr einen Schein in Kleingeld wechseln könnte.... Klar mach ich auch gerne auf "Wechselstube".... aber immerhin hatte ich etwas zu tun. Nun, irgendwann kam dann endlich meine "Freundin" wieder, ruhiger und mit einem Schlüssel in der Hand, als ich sie konkret fragte, was eigentlich los sei. (Verständlich, nachdem ich nun doch meine Hilfsbereitschaft deutlich bewiesen hatte ;-)) Die Erklärung war ganz einfach:

Sie wollte über das Weekend auf ein Konzert und hatte morgens vor der Schule, Zelt und andere, benötigte Materialien im Schließfach gelassen, jedoch vergessen abzuschließen und war so zur Schule gefahren. Als sie nun wieder kam, hoffte sie, das Schließfach unverändert vorzufinden, doch jemand hatte es abgeschlossen und der Schlüssel war weg. Dieser "Jemand" mußte charakterlich mein Verschnitt sein, denn wie sich herausstellte, hatte sie/er das unverschlossene Fach mit den Sachen drin gefunden, daraufhin alles verschlossen und den Schlüssel beim Service abgegeben... Nun ja, ich hatte meine gute Tat getan, wußte, daß ich nicht der einzig nette Mensch auf Erden bin, und das endpubertierende Mädchen konnte auf sein Konzert ohne größeren Schaden erlitten zu haben

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