Klo-Handschuh

Und damit ist nicht der Handschuh zum Kloputzen gemeint...

 

Heute ein kurzer, kleiner Schwung aus dem Mami-Alltag...

Ich unterrichte meine Lernenden in dem Fach "Entwicklungspsychologie" unter anderem darüber, wie Kinder lernen. Dabei stellen ich Ihnen die verschiedenen Lerntheorien vor. Eines davon ist das Modell-Lernen oder auch Lernen durch Nachahmung. Dabei geht es darum, dass Kinder andere Kinder oder Erwachsene beobachten und dann anschliessend versuchen, das gesehene Verhalten nachzumachen.

 

Genauso ist es auch bei der Thronfolgerin... im Alltag gibt es immer wieder Situationen, in denen wir erleben, wie sie etwas von uns Gesehenes einfach nachahmt.

 

Gestern wurde es mir "zum Verhängnis", weil ich es einfach vergessen habe....

ich bin dabei das Gäste-WC zu putzen und klar, die kleine Maus muss dabei sein und zusehen. Mit ihren inzwischen 12 Monaten findet sie all so Zeug spannend und watschelt mir lieber im Haushalt hinterher als in ihrer Spielecke zu spielen.

Gut, mich stört es ja nicht... ich also am putzen und dazu nehm ich u.a. WC-Tücher, die desinfizieren sollen... ich putze, schmeisse das Tuch ins WC, nehm das Nächste, putze, schmeisse es ins WC, nehm das Nächste, putze, schmeisse es ins WC und zack schmeisst plötzlich nach eingehender Beobachtung noch jemand was ins WC - nämlich das Baby den Handschuh, den sie mitgebracht hatte vom Spielen...

 

Alles ging so schnell, dass ich keine Chance hatte zu reagieren und obwohl mich sowas eigentlich nervt, musste ich lachen.... Erzähle jedes Jahr den Lernenden in meinen Klasse, dass sie sich stets bewusst sein sollen, dass Kinder ihr Verhalten beobachten und nachmachen und steh dann Tücher ins Klo werfend vor meiner Tochter und komm nicht mal annähernd auf den Gedanken, dass sie evtl auch dazu geneigt sein könnte, etwas ins Klo zu schmeissen,  wenn es Mama soviel Freude bereitet....

 

 

0 Kommentare

Bein-Knast

Die Pummelfee hat kaum noch Zeit zum Bloggen... Eigentlich sollte viel mehr kommen, aber mit Baby, Haushalt, Arbeit und einem Mann ist das gar nicht so leicht wie geplant.

Kluge Menschen würden jetzt sagen: aber abends schläft das Baby doch... Jepp, stimmt - ich aber auch, oder meine Finger sind zu müde zum Schreiben.

Und tagsüber - keine Chance mit der Kleinen.

Jetzt hatte ich eine Idee: Ich könnte doch meine Mittagspause umgestalten: weg vom "wie-eine-Hartz IV-lerin-mit-Cola-und-Chips-vor-dem-TV-sitzen" hin zum "fleissige-Mama-die-bloggt-am-Mittag".... mal sehen ob's klappt...

 

Heute eine kleine Begebenheit, wie sich unser Kind selbst in eine Art Knast buxiert hat - und niemand merkte es..

 

Vorgestern legte ich sie wie immer abends ins Bett, sie schlief problemlos ein, doch der Abend und die Nacht waren nicht so ruhig wie gewohnt. Normalerweise meldet sie sich nachts nichts. Doch vor zwei Tagen musste ich öfter aufstehen, weil sie quengelte und jammerte... Gut, dachte ich, gehört dazu. Ist nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein... Vielleicht träumt sie, vielleicht zahnt sie, vielleicht hat sie auch einfach nur Lust mir meinen Schlaf zu rauben - wer kann das schon so genau sagen.

Ich war also viel auf in der Nacht und zack: es ist morgens, ich muss die Kleine wecken (ja, sie hatte wohl vergessen, dass Kita-Tag ist und somit auch nach einer durchwachten Nacht kein Ausschlafen für sie möglich ist...) und leg sie auf den Wickeltisch. Ich mach den Reissverschluss vom Schlafsack auf und wunder mich über die komische Haltung, die sie auf Grund der Pyjamabeine zu haben scheint. Ich schaue genauer hin und erkenne: Die Thronfolgerin hat es irgendwie geschafft, ihre Beine beide in das gleiche Pyjama-bein zu stecken... Ihr wisst was ich meine? Statt jedes ihrer Beine im Pyjama-Bein zu haben, war eine Seite leer und auf der anderen zwei Beine reingequetscht wie Wust in Pelle....

 

Klar, warum die Nacht nicht so toll war: für einen Wirbelwind, der auch nichts im Schlaf durch das Bett fegt, als wäre es Tobezeit am Nachmittag, war durch die eingesperrten Beine natürlich die Bewegungsfreiheit voll eingeschränkt... Und vermutlich hat sie immer gequengelt, wenn sie sich drehen wollte und nicht richtig Schwung holen konnte oder die Drehung nicht gelang.

 

Ja, Mama und Papa haben nichts gemerkt... aber Hauptsache alle sind gesund...

Rabeneltern und so... 

0 Kommentare

Szenen einer Elternschaft

Heute möchte ich eine kleine Szene aus unserem Eltern-Dasein mit euch teilen. Einige Eltern werden diese oder ähnliche Situationen kennen, andere vielleicht nicht und Nicht-Eltern darf es als Zukunftsvision dienen, falls sie mal Kinder wollen.

 

Mit der Ankunft eines Kindes - vor allem des ersten - ändert sich im Alltag des Paares einiges. Es kommt. viel Schönes hinzu und es gibt Dinge, die man (teils vorübergehend) vermisst.

 

Bei uns ist eines dieser vorübergehend-vermissend-Dinge ein gemütliches Essen, ganz in Ruhe, ohne viel Getüddel. Was wir vorher schätzen und gerne genossen, nahm mit der Ankunft der Thronfolgerin ein abruptes Ende. 

 

Der einzigartigste Ehemann und ich sind "Frühesser". D.h. unter der Woche essen wir meist gegen 18h und am Weekend gibt es ein grosses, langes, spätes Frühstück und dann gegen 17-18h.

Das hat für uns immer super so gepasst. Als dann das Baby da war, hörten die gemütlichen Essen auf. Denn plötzlich wollte jemand gestillt werden oder hatte genau während unseres Essens die Hose voll oder wollte genau dann herumgetragen und beruhigt werden oder... es war immer etwas und einer von uns musste das Essen unterbrechen, wenn nicht gar beenden.

Die Kleine wurde grösser und wir dachten, nun ändert es, doch so wie wir Frühesser sind, ist sie Frühschläfer, weshalb unser Abendprogramm mit ihr jeweils zwischen 17-17.30 startet: Brei, Baden, Umziehen, Kuscheln, Spielen, Flasche, Bett - und zack ist es 19h. Da der Ehemann und ich dann halb verhungert sind, essen wir nach wie vor früher. Das bedeutet aber, dass die Kleine mit dabei ist. Und das wiederum bedeutet, dass wir keine Ruhe haben... Sie will was vom Brot, sie schmeisst es runter, wir reden und sie will Aufmerksamkeit und kreischt lustvoll dazwischen, neigt den Kopf zur Seite und schenkt einem das süsseste Lächeln, sie will was Trinken, sie will aufstehen, sie will auf meinen Schoss.... Konkret: ich beisse einmal ab und tu etwas für das Baby, dann beiss ich ab und tue wieder was für das Baby und so sind unsere Essen niemals ruhig oder gemütlich seit das Baby da ist und regelmässigen den "sterbenden Schwan" macht, wenn sie nicht genug Aufmerksamkeit bekommt.

 

Vor zwei Tagen dann plötzlich so: Der Ehemann und ich stehen in der Küche, machen unser Abendessen bereit, während das Baby vertieft ins Spiel im Wohnzimmer sitzt und mit sich und den gerade gemachten Erfahrungen beschäftigt ist...

Wir beide wittern - wie sonst Drogenhunde von der Polizei - das dies eine "besondere" Situation werden könnte: Ein Essen ohne Baby, dass einen dauerbeschäftigt... Wir also von einem Moment auf den anderen in "Hab-Acht-Stellung": Unauffällig weiter das Essen vorbereiten und ja keine auffälligen oder anders klingenden Geräusche als vorher machen, die das Baby dazu veranlassen könnten, sich nach uns umzudrehen.

Wir reden also weiter wie vorher, gehen aber langsam schleichend zum Esstisch. Der Blick auf den Boden gerichtet, damit niemand aus Versehen ein Spielzeug durch die Gegend schiesst. Die Füsse schön abrollend und nicht laut trampelnd kommen wir dem Tisch näher. Die Thronfolgerin hat noch nichts bemerkt und spielt weiterhin in ihrer Welt. 

Jetzt müssen "nur noch" die Teller auf dem Glastisch abgestellt werden ohne das dieses Geräusch von der Thronfolgerin bemerkt wird, denn sonst ist sie schneller als der Blitz am Tisch (wenns ums Essen geht, kommt sie ganz nach der Mama: immer, alles, überall)

Erinnert ihr euch noch an eure ersten pubertären Raus-Schleich-Versuche mit 14 Jahren? Wenn man peinlichst darum bemüht ist, ja kein Geräusch zu machen, dass die Eltern wecken oder auf einen aufmerksam machen könnte? So schlichen wir um den Tisch herum und versuchten die Teller möglichst leise abzustellen.

Nachdem dies erstaunlicherweise geklappt hatte, kam die nächste Herausforderung: Die Stühle so wenig wie möglich und so weit wie nötig vom Tisch ziehen, damit man sich drauf setzen kann ohne das ein Geräusch an die überaus gut wahrnehmenden Ohren der Tochter weitergeleitet wird.

Das mag für normale Menschen schon eine Herausforderung sein, aber was denkt ihr wohl, ist das für mich? Eine noch Schwangerschaftspfunde tragende Mama, die Tollpatschigkeit zu einer ihrer chronischen Angewohnheiten gemacht hat und fast den ganzen Tag mit Schokolade verschmierte Finger hat, die alles fallen lassen? Ich sag nur: Eine Geburt ist ein Klacks dagegen....

 

Wie auch immer: völlig unglaublicherweise kam es zu dem hoffnungsvoll erwarteten Moment: plötzlich sassen der Ehemann und ich am Tisch, konnten uns die ersten Bissen reinstopfen und die Thronfolgerin hatte nichts von unserem hinterhältigen Manöver mitbekommen. Wir sassen am Tisch, assen unser Essen und niemand musste nebenbei den kleinen Terrorkrümel beschäftigten, hach..... Was für ein Erlebnis. Die harte Vorarbeit hatte sich gelohnt - zumindest für 5 Bissen, denn, tadaaaa, das Kind hatte uns bemerkt... Ob es ein Geniesser-Rülps oder ein Entspannungs-Furz war, können wir nicht mehr genau sagen, aber wir waren entdeckt. Viel zu früh! Mit Kampfgeschrei stürmte die Kleine auf uns zu, riss ihre Arme nach oben, kletterte am Stuhl hoch und wollte - was wohl - sofort für unsere Schand-Tat entschädigt werden.... Das ruhige Essen war vorbei, aber auch die 5 Bissen waren es wert ;-)

 

Wir freuen uns auf den nächsten Restaurantbesuch.... ;-) Und natürlich die nächsten Szenen einer Elternschaft und zu was sie uns veranlassen...

0 Kommentare

Wenn der Vater mit dem Kinde....

Der einzigartigste Ehemann und die Pummelfee sind Eltern - seit ziemlich genau 9 Monaten. Coole Sache, schöne Sache, wunderbare Sache, einmalige Sache und (besonders wenn der Vater mit dem Kinde) auch eine ausgesprochen lustige Sache ;-)

 

Früher hab ich immer gelacht, wenn es bei FB oder sonstwo im Netz diese Filmchen oder Bilder gab: Baby mit Mama und Baby mit Papa. Da sah man immer eine Mama in einer ruhigen, liebevollen, emotionalen Situation mit dem Kind. Der Vater hatte stets Quatsch-Situation, Chaos, Lärm usw... 

 

Ich hab immer gedacht, so wird das bei uns nieeee sein - ich wurde eines besseren belehrt :D Männer sind anders als Frauen - und ich muss mich immer sehr zurückhalten, dass ich nicht in schallendes Gelächter ausbreche, wenn der einzigartigste Ehemann mit der Thronfolgerin die komischsten Dinge macht :D

Da geht es nicht ruhig oder gemächlich, keine schönen Mädchengeschichte, sondern da muss immer irgendwas mit Power, Gefährlichkeit oder Chaos sein.

 

Wenn ich mit der Kleinen ein Buch anschaue, hört sich das etwa so an:

" Da ist der Hund, der hat kleine Augen, eine schwarze Nase und die Ohren wackeln. Daneben liegt ein roter Ball mit Punkten. Der kleine Hund möchte mit dem Ball spielen......"

 

Wenn der Ehemann das Buch anschaut geht es in etwa so:

"Hier ist Hasso, der Kampfhund. Er hat scharfe Zähne und versucht den Ball zu fressen..."

 

Der Hund kann nicht niedlich, spielerisch oder knuffig sein, das geht natürlich nicht... hier noch ein paar Beispiele, die ich mitgeschrieben habe, als Papa mit Tochter spielte.

 

- Die Thronfolgerin hat eine Schlumpfine-Figur geschenkt bekommen. Wenn Papa diese Figur zum Spielen nimmt, ruft er plötzlich zur Thronfolgerin: " Und jetzt schau mal: Gogo-Gadget-Schlumpfine-Power......"

 

- Er will mit ihr Zähneputzen. Da wird die Zahnpastatube ganz schnell zur Rakete und er erzählt ihr, wie und wohin die fliegt...

(Wahrscheinlich sind Karies und Baktus die Astronauten - ich wollte nicht fragen ;-)))

 

- Sie schauen ein Buch an und man sieht einen Pinguin mit Ohrenschützern. Jede Mama würde wahrscheinlich sagen: Oh, der Pinguin hat vielleicht kalt weil es Winter ist....

Papa sagt (mit tiefer, gefährlicher Stimme) Ein Pinguin mit Ohrenschützern: das ist wahrscheinlich der gefährlichste Pinguin der Welt!

 

- In dem gleichen Buch: Papa erzählt von der Katze und vom Frosch, die dem Mond mal ganz klar die Meinung sagen: Nämlich, dass sie noch gar nicht müde sind und sicher nicht schlafen wollen.

Zack, DIE Abfuhr für den Mond....

 

- Sie sehen eine Ente im Buch und was sagt Papa zum Geplapper von Baby: Ja, genau, eine Ente. Und was hast du noch gesehen? (Baby plappert weiter) Ahhh, einen besoffenen Autofahrer auch noch.

 

- Spielzeuge müssen immer gegeneinander kämpfen, sind hinterlistig und streben nach dem eigenen Vorteil... 

 

Es ist immer sehr interessant und zum Schiessen lustig, wenn der Vater mit dem Kinde....

 

Ich bin froh, dass die Kleine noch nichts von dem versteht, denn daran müssen wir definitiv noch arbeiten. Wie kommt der bloss auf so einen Quatsch ;-)))

Sonst träumt sie irgendwann davon, wie die Katze und der Frosch dem Mond eine Falle stellen, indem Schlumpfine ihre Gogo-Gadget-Power nutzt und mit der Zahnpastatube zum ihm hochfliegt um ihm die Augen und den Mund mit Zahnpasta zu verkleben. Dann kommt der gefährlichste Pinguin der Welt und setzt ihm zur Strafe die Ohrenschützer auf, damit der die Gute-Nacht-Lieder von den Kindern nicht mehr hören kann. Zu allem Überfluss fährt dann noch ein besoffener Autofahrer gegen einen Hydranten und die Wasserfontäne schiesst den Mond weg - oder so ähnlich ;-)

 

Es ist gut, dass Mama manchmal auch ein Buch mit der Thronfolgerin anschaut ;-)

 

Erziehungserfolg Nr. 1

Der einzigartigste Ehemann und ich sind lange nicht immer einer Meinung. Aber was die Erziehung unserer kleinen Thronfolgerin angeht, ziehen wir doch recht gut an einem Strang...

 

Nun mag man meinen "Was faselt die Pummelfee da von "Erziehung"?? Das Baby ist doch erst 7 Monate alt - das gibt's doch nichts zu erziehen...?"

 

Naja, das sehen wir anders. Wir gehören nicht zu den Eltern, die finden, dass Kinder sich bis in Letzte ausprobieren und entfalten müssen, ohne jegliche Grenzen. 

Wir finden absolut auch, dass Ausprobieren und Entfalten dürfen extrem wichtig ist, allerdings in einem von uns gesteckten Rahmen. Das ist für uns Erziehung - und ja, die fängt schon bei so einem kleinen Wurm an. Denn unsere Thronfolgerin ist "flügge" geworden, sprich: sie krabbelt und erkundet unser Haus.

 

Da zu dem Wunsch, unser Kind vor einer Hartz IV-Zukunft zu bewahren zu erziehen nun auch noch unsere Faulheit hinzukommt, waren wir uns schnell klar, dass wir keine Lust haben werden, das gesamte Haus "kinderfreundlich" einzurichten und alles möglich umzustellen oder hochzulegen... Wir wollten von Anfang an, dass alles an seinem Platz bleibt und die kleine Lady lernt, dass es in ihrem Leben ein "Nein" gibt...

 

Und was soll ich sagen: wir haben es geschafft... Wir haben mit Beginn ihres Robbens in der Wohnung angefangen, immer strikt "nein" zu sagen und sie vom Ort der Begierde zu entfernen, wenn sie etwas nahm, was sie nicht durfte. Anfangs war dies ein ziemlich sinnloses Unterfangen. Sie drehte sich zwar zu uns und wollte wohl wissen, wer da so rumblödelt und drehte sich dann aber auch gleich wieder lachend zurück um weiter zu machen...

 

Wir bleiben so standhaft wie nur möglich (mussten aber selbst oft mega lachen dabei...) doch nun zeigen sich die Erfolge: wenn sie jetzt ein "nein" hört, fängt sie sofort an zu weinen, geht aber nicht mehr an das Wunschobjekt und lässt sich kurz darauf beruhigen. 

Sie versteht es und hasst es, aber sie hält sich dran... ;-)

 

Und was soll ich sagen: ich kenne Familien, da können Kinder das mit 3 Jahren noch nicht, weil die Eltern finden, sie sind noch zu "klein" um es zu verstehen oder um Grenzen zu bekommen...

 

Tja, bleibt die Frage offen, wann sie es denn dann lernen sollen.... schaut euch unsere heutige Jugend an... 

 

Aber wir sind uns durchaus auch bewusst, dass dies nur ein winziger von vielen weiteren, grossen Schritten ist. Wir bleiben gespannt ;-)

0 Kommentare

Alles wird anders

"Alles wird anders" - das war wohl der mistgehörte Satz während meiner Schwangerschaft.... Alle Leute mit Kindern, gaben mir bzw uns den Rat: "Mach dies und das jetzt noch, nachher ist alles anders.... geniesst dies und das zum letzten Mal, nachher wird alles anders... Fahrt nochmal alleine weg, wenn das Kind erstmal da ist, wird alles anders...." usw usw...

 

Es war uns durchaus bewusst, dass Dinge im Alltag sich ändern evtl. sogar anders werden, aber wie das Leben oft spielt, waren die Vorstellungen dessen was kommt und die Realität weit voneinander entfernt... Vor allem weil jedes Kind individuell und "anders" ist und es deswegen wohl auch von jedem anders erlebt wird.

 

Die viel gehörte Warnung "geniess noch die Nächte, Schlaf wird Mangelware sein" hat sich bei uns z.B. nie bestätigt. Unsere Prinzessin hat schon mit ca 8 Wochen 12 Std durchgeschlafen und wollte zwischen 19h und 7h nur einmal kurz gestillt werden.. Traumnächte für mich trotz der vielen Warnungen... Inzwischen schläft sie seit einigen Wochen komplett ohne Stillen 12 Std durch. Unsere Nächte sind also nicht anders geworden ;-)

 

Auch ein beliebter Satz: "geniess noch etwas Zeit für dich allein - das wirst du nachher nicht mehr haben" Hm, auch das kann ich so nicht bestätigen. Allein schon dadurch bedingt, dass die Kleine zwischen 18-19 Uhr schlafen geht, bereitet mir jeden Abend viel Zeit für mich. Und tagsüber gibt es z.B. die Oma, die mal ein paar Stunden hüten kann oder den einzigartigsten Ehemann, den man mal mit Kind verjagen darf - und schwups, Zeit für mich (wobei ich sagen muss, dass ich die Zeit dann eher zum Putzen nutze, denn so richtig fehlen tun mir Stunden nur für mich noch nicht ;-))))

 

Und so gäbe es noch viele Beispiele von Dingen, vor denen wir gewarnt wurden, die dann bisher bei uns gar nicht eintrafen. Dafür wurde aber das Wichtigste vergessen:

 

Niemand, wirklich niemand hat uns davor gewarnt, dass man besser nieeee mehr in den Urlaub fährt und falls doch sowohl eine Woche vorher und eine Woche nachher Zeit für Vor-und Nachbereitung einplant... 

 

Unglaublich, was da plötzlich ansteht, wenn man mit so einem kleinen unscheinbaren 70cm langen Knäuel wegfahren will....

Wir haben es dieses Jahr schon zur genüge getestet - und nein: es wird nicht besser, schneller oder einfacher...

Früher so: Oh, wir fahren ein Wochenende weg: Fr 18h Anbfahrt, d.h. 16h packen bis 16.45, dann TV schauen, Schokolade essen und los

 

Heute so: Oh, wir fahren ein Wochenende weg: Fr 18h Abfahrt, d.h. 5h morgens aufstehen, essen, Liste machen erste zwei Teile zurechtlegen, Kind wacht auf, bis 9.00 mit Kind beschäftigt (essen, anziehen, kuscheln usw...) Kind schläft, schnell weiter ein paar Dinge von der Liste zurechtlegen, 8 Sachen geschafft, Kind wacht auf.... bis 12.00 mit Kind beschäftigt, Kind schläft, schnell weiter packen, Tasche für Mama fast fertig, Kind wacht auf, mit Kind beschäftigt, Mann kommt heim - oh, noch nicht annähernd fertig....

 

Dazu gelernt und beim nächsten Mal schon am Vortag angefangen und trotzdem: es ist schier unmöglich in einigermassen adäquater Zeit mit dem kleinen Knäuel zu packen... Und nicht nur das Packen an sich ist "alles anders" geworden, nein auch die Menge der Dinge...

 

Früher so: 1 Tasche einzigartigster Ehemann + 1 Tasche Pummelfee = fertig

 

Heute so: 1 Tasche einzigartigster Ehemann + 1 Tasche Pummelfee + 1 grooooosse Tasche Kleidung Kind + 1 Tasche Küchendinge Kind (Breikocher, Lätzen, Löffel, Becher, Lumpen, Gemüse, Maispops....Schokolade.........) + 1 Tasche mit Windeln und Wickelzubehör Kind + 1 Reisebett Kind + 1 Kinderwagen Kind + 1 Wickeltasche für unterwegs Kind....

 

Niemand hat uns gesagt, dass wir mal einen Umzugswagen brauchen, wenn wir in den Urlaub wollen - warum werden die wichtigsten Dinge verschwiegen? Was sind schon ein paar durchwachte Nächte gegen wöchentliche Umzugsveranstaltungen, nur weil man mal kurz weg möchte...??? Puh, das ist echt alles anders als früher.

Wenn wir jetzt weg fahren, brauch ich ungefähr 1 Woche Vorlaufzeit, damit alles gewaschen und zusammen gelegt ist - und wenn wir zurück sind, häufen sich Berge Wäsche und es muss soooo viel Kram wieder ausgepackt werden.

 

Und ja, wir fahren morgen wieder für ein Wochenende weg - so wir ziemlich die letzten zwei Monate. Warum ich jetzt hier sitzen und schreiben kann? Keine Ahnung, kann ich eigentlich nicht, aber kurze Pausen vom Packstress tun gut und ich muss zwischendurch auch mal Schokolade essen...

 

Und jetzt ran an den Umzugswagen 

 

0 Kommentare

Tragen für Dummies....

Ihr kennt doch sicher die Bücher "..... für Dummies". Da gibt es viele Verschiedene zu sämtlichen Themen, die einem Unwissenden auf einfache Weise Dinge erklären. Ich hab noch keines davon gelesen (bin ja kein Dummie....) und das Einzige, was ich gerne lesen würde, gibt es nicht: Tragen für Dummies könnte der Titel sein...

 

Eine wichtige Frage, die man sich irgendwann als Mami stellen muss, dreht sich um die Fortbewegung des Babys, solange es noch nicht selbst laufen kann. Was macht man, wenn von A nach B gelangt werden muss, das Kleine dabei ist, aber das Laufen noch nicht beherrscht... 

 

Fussballer würden diese Frage klar mit "vor sich hin kicken" beantworten. Basektballer dribbeln das kleine Kügelchen wahrscheinlich vorwärts doch Pummelfeen? Und dazu noch welche mit dem Schusselligkeitssyndrom Stufe 10 von 5?

 

Also wurde fleissig informiert. Klar, an erster Stelle gehört ein Kinderwagen dazu. Doch dann gibt es Situationen, wo dieser stört und nicht gewünscht ist und was dann? Dann wird das Kind getragen. Dafür gibt es inzwischen auch viele unterschiedliche Erfindungen... je nach Alter und Vorlieben.

 

Tücher, Tragehilfen und Hüftsitze von verschiedenen Marken/Herstellen in verschiedenen Grössen, Farben und natürlich Preisen. Ausserdem gibt es welche mit gutem Ruf und welche mit schlechtem Ruf (ich urteile hier jetzt nicht öffentlich - ich hab gesehen, was mit Menschen in Foren passiert, die sagen, dass der BB gut ist.... :D)

 

Für mich stand schnell fest: zum Tragen gibt es für die ersten Wochen einen RingSling. Und ich war sehr zufrieden damit: kein Binden und doch im Tuch, schnell und einfach in der Handhabung und die kleine Thronfolgerin war gerne drin. Doch: der RingSling hat einen Nachteil - die Belastung ist sehr einseitig und schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Also wurde nach ca 3 Monaten nach einer neuen Tragelösung gesucht... Die Thronfolgerin ist nämlich auch eine kleine Pummelfee und nicht gerade ein Leichtgewicht. Wir hatten zur Geburt noch eine Manduca bekommen, doch dafür war sie noch zu klein und so traute ich mich an das vorher kritisch beäugte - weil kompliziert zu binden - Tragetuch.

 

Nach einigen nicht ganz so perfekten Übungsversuchen konnte ich die kleine Maus bald ganz gut vor dem Bauch ins Tragetuch nehmen und das ging eine Weile gut, doch dann wuchs und gewichtete sie weiter und vor einiger Zeit bekam ich mehr und mehr Rückenschmerzen und entschied, dass es Zeit für die Rückentrageweise ist...

 

Alter Schwede, krasses Vorhaben für eine alte, pummelige Mutter wie ich es bin... Motorisch begabt wenn es ums Essen geht (besonders gut bei Süssem) und durchschnittlich gut beim Bauchtragen, stellte sich das Binden für Rücken als grössere Herausforderung als angekommen dar....

Ich las Anleitungen, schaute Videos und entschied mich für eine eigentlich einfache Tragweise... Im Video sah es jeweils easy aus.... Doch dann probiert ich es... Herr, hilf! Gut, dass niemand mir zuschaute und die Thronfolgerin noch nicht sprechen kann und diese Erinnerungen gelöscht sind, wenn sie es dann kann. :D

 

Ein grosses Problem ist, dass in den Videos oft Puppen verwendet werden. Puppen bewegen sich NIE!!!

Aber macht man das Gleiche mit meiner kleinen Duracell-Lady - dann ist das plötzlich nicht mehr ganz so leicht... Im Video so:"... jetzt einfach noch die Bahn straffen, knoten und fertig."

In echt so:".... nein, nimm den Arm aus meiner Nase..... hä?? Wieso ist das rechte Bein jetzt über dem Kopf?? Und nein, meine Brille ist jetzt nicht zum Spielen....ey stopp, nicht den Pferdeschwaaahhhhhauuuuaaaaaanz ziehen.... boah, Prinzessin kannst du nur ganz kurz ruhig halten... ok, die eine Seite haben wir, jetzt nur noch... oh nein, nicht gerade jetzt drehen...... arghhhhhh.... usw. usw...

 

Die Videos sind toll, aber völlig unrealistisch wenn man das mit einem echten Baby macht um kurz etwas einkaufen zu gehen... Da wäre so ein Dummie-Buch toll, das einem erklärt, wie man das Duracell-Baby ruhig stellt.

 

Aber es ja nicht nur das Binden selbst. Hinterher geht's weiter. Man hat also den Rücken-Binde-Marathon geschafft, betrachtet das Werk stolz im Spiegel und merkt: scheisse, das Kind ist nicht eingecremt... draussen sind aber 30 Grad im Schatten.... da der einzigartigste Ehemann für gewöhnlich arbeitet, wenn ich meine sportstudioersetzenden Bindeübungen mache und ich das arme Kindchen nicht geröstet möchte, muss ich sie wohl oder übel nochmals losbinden, eincremen und die Show beginnt von vorne....

 

Würd ich mich dabei filmen - ich hätte Millionen Klicks bei YT :D

 

So, der zweite Versuch ist gelungen, ich stehe erneut stolz wie Oskar vor dem Spiegel, ziehe dann meine Schuhe an, nehme die Hausschlüssel, werfe einen letzten Blick in den Spiegel und sehe: Das Kindchen hat keinen Sonnenhut auf!!!!

Waaas? Echt jetzt??? Den ganzen Kram nochmal machen?? Nein, Pummelfee, komm das schaffst du!! Also versuche ich, meiner Kleinen den Sonnenhut aufzusetzen - ja, während sie auf dem Rücken sitzt... netter Versuch Pummelfee.... 

Es endet damit, dass ich Angst bekomme, jemand könnte mich sehen und die Männer mit den weissen Jacken bescheid geben.... die richtige Pose mit verschränkten Armen hätte ich durch die Versuche schon mal...

Ja, ich muss erneut alles aufmachen und neu binden... 

Diesmal bin ich aber ein Fuchs und überlege mir vor dem Binden genau, ob ich noch was vergessen habe.... und binde die Maus erst dann auf den Rücken. Ha, ausgetrickst du blödes Schussel-Gen... Pummelfee 1 Schussel-Gen 0 :D

Wir sind zum wiederholten Mal parat, ich will grad zur Tür raus - und zack setzt die Thronfolgerin ihr Häufchen in die Windel.. aarrrrgggghhhhhh, Echt jetzt??? Warum sagt einem keiner das in den so easy aussehenden Videos???

 

Wickeln muss sein, also voller Freude und Elan nochmals alles neu! Und wo wir grad dabei sind, kann ich die Kleine auch umziehen, denn inzwischen bin ich so nass geschwitzt, dass auch sie nicht drum rum kommt.... also ziehen wir uns doch grad beide um.

 

Weil Aufgeben was für Verlierer ist und ich absolut nicht dazu gehöre, schnalle ich mir die Lütte erneut auf mein altes Kreuz, das inzwischen beträchtlich quietscht und sich fragt, was heute schon wieder in den alten Mauern abgeht.... 

Ja, ich weiss, wir hätten da noch den Kinderwagen, die Manduca und zur Not ginge es auch mal schnell vor dem Bauch, aber hey, wo kommen wir denn da hin, wenn ich mich von so einer Rückenbindeweise in die Knie zwingen lasse, hä??

Also starten wir erneut, wuchten das Kind auf den Rücken, versuchen dessen Arme, Beine und Kopf in richtiger Position zusammenzubinden, ergonomisch korrekt natürlich (nicht dass ich auf dem Weg draussen noch von Besserwisser-Müttern schief angeschaut oder gar zur Sau gemacht werde...) und wollen nach einem letzten stolzen - fast schon herausforderndem - Blick in den Spiegel los, da fällt der Blick auf die Uhr: Ja, der Kaufladen um die Ecke hat seit 5 Minuten geschlossen...

 

Abends verbrenne ich das Tragetuch und werde Fussballerin....

0 Kommentare

Knutschfleck?!

Unsere kleine Prinzessin ist inzwischen 6 Monate und alt - und eigentlich war früüüüüher mal der Plan, dass ich viel öfter über sie bzw. das Leben mit so einem kleinen Knäuel schreibe... Das war der Plan - und alle Eltern wissen wohl, wie das so mit Plänen und Babys ist ;-)

 

Wir hatten so einige Pläne, die mit der Ankunft der Kleinen ganz schnell der Realität gewichen sind. Das ist keineswegs negativ gemeint, es ist einfach so. Ich hab ja schon mal angedeutet, dass unsere Vorstellungen von der Realität von Anfang an etwas abgewichen sind.... Und dazu zählt auch die Vorstellung, wie Babys in den ersten Monaten sind: süss, lieb, schlafen viel am Tag, fremdeln nicht, sind meinst zufrieden... und damit hat Mama vieeeel Zeit zum Bloggen, Haushalt und andere Dinge.

 

Tja, und dann kam die Thronfolgerin :D Ja, sie hat sehr früh viel geschlafen - und zwar nachts 12 Stunden seit sie 8 Wochen ist (was ein absoluter Traum ist) aber dafür war sie tagsüber von Beginn an viel wach und leider nicht ganz so zufrieden wie man meinen soll... Sie hat viel geweint und brauchte eine Menge Zuwendung. Auch das "Fremdeln", was meist erst so mit ca 8 Monaten kommt, wurde bei uns vorverlegt und sie hat teilweise durchgeschrien, wenn ich nicht da war... und das schon mit 6 Wochen angefangen... Die Zeit war hart und Zeit für mich war ein Fremdwort... Bloggen - kaum möglich. Dafür aber hat es einen riesigen Change gegeben, als die Maus ca 4,5 Monate alt war. Plötzlich spielte sie zufrieden für sich, plötzlich wurde nicht mehr gefremdelt, plötzlich gab es auch tagsüber mal gute Schlafphasen usw..... Sie wurde ein echtes Traumkind. Zu süss und herzig auch noch zufrieden ;-) 

 

Und nun möchte ich versuchen, wieder mehr zu schreiben.

 

So z.B. als ich kürzlich fast in leichte Erklärungsnot gekommen wäre... Unsere Maus macht schon seit längerem gerne "Kinn-Küsse" bei mir. D.h. sie schnappt sich mit ihrem Mund mein Kinn und saugt dran. Bisher war es nie ein Thema - ich mein, wer wird nicht täglich gern mehrmals in Babysabber gebadet und lobt das Baby anschliessend noch dafür voll Freude und Liebe.

 

Bis neulich: Da steh ich vor dem Spiegel und mir fällt auf, dass ich ganz dreckig am Kinn bin. Ich versuch den Dreck wegzumachen doch es geht nicht. Also schaue ich genauer hin - es ist ein Knutschfleck, und was für ein Schöner!!!

Ich überlege kurz, was letzte Nacht im ehelichen Bett passiert ist und weiss ganz schnell, dass sowas nicht vom Schnarchen des Ehemannes passiert - Also kann er es nicht gewesen sein... Hm, doch der Fleck ist da, es ist Wochenende und schon bald wir der Ehemann sicher darauf aufmerksam werden und mich fragen, ob es jetzt schon soweit ist, dass ich mir den Staubsauger ans Kinn halte, um ihn eifersüchtig zu machen...

Da ich einen kurzen Moment selbst keine Ahnung habe, wie das Ding an mein Kinn gekommen ist, bin ich etwas verwirrt und planlos, was ich dem Ehemann sagen soll....

 

Also entscheide ich mich für die Ausrede, die ich auch sonst immer nutze, seit die Thronfolgerin da ist:"Schatz, das war das Baby"

Und bei dem Gedanken fällt mir die Kinn-Küss-Attacke von vorher ein und der Fall ist geklärt. Lachend laufe ich zum Ehemann und zeige ihm stolz den Knutschfleck, den mir die Kleine verpasst hat.

Ich ernte zwar im ersten Moment immer noch einen zweifelnden Blick, aber als ich ihm mitteile, dass er bei der Entstehung sogar daneben sass, erinnert er sich und wir können beide lachen ;-)

 

Fall gelöst, Ehe gerettet, Kind zum Keuschheitsseminar angemeldet.

 

 

 

Rufen Sie sie mal...

Letztens so - beim Fotograf...

 

Wir wollen über die Grenzen der Schweiz hinaus - und ja: wir nehmen die Thronfolgerin mit.

Dafür ist es zwingend erforderlich, dass wir eine ID oder einen Pass für die Kleine haben. Wer weiss, was sonst passiert.... Am Ende kontrollieren sie uns und schwups, muss die Kleine ohne uns in Deutschland bleiben, wird Hartz-IV-Empfängerin und lebt das Leben, dass ich hätte, wäre ich nicht Prinzessin geworden. So das volle Programm: Am Monatsanfang Geld abheben, für Ziggis und Alkohol ausgeben und die restlichen 3 ½ Wochen hungern und TV schauen oder den Nachbarn bei ihren Streitigkeiten zuhören und zwischendurch dumme Kommentare dazwischenrufen. Das wollen wir natürlich nicht.

 

Also hab ich mich erkundigt und dann erfahren, dass wir tatsächlich ein aktuelles Bild von ihr brauchen, welches dann wie bei uns auf die Karte kommt.... 

Hm, so ganz nachvollziehen kann ich das ja nicht, denn: auf dem "aktuellen" Bild ist sie 7 oder 8 Wochen alt. Der Ausweis ist 5 Jahre gültig... ich bin ja schon gespannt, wie "aktuell" das Bild dann im Sommer in unserem Urlaub ist - wenn sie ca 7-8 Monate alt ist... aber egal. Das ist eine andere Geschichte.

 

Wir brauchten also ein Foto. Prinzessin Pummelfee ruft beim Fotogeschäft um die Ecke an, erfährt, dass sie dort Passbilder auch für Säuglinge machen und geht zuversichtlich ob des Wissens der Fachpersonen dort sofort zum Shooting.

 

Der Fachmann bereitet schnell den Raum vor, legt dann eine kleine Matratze auf den Boden und bittet mich unsere Thronfolgerin drauf zu legen.

Bis dahin alles astrein gelaufen.

 

Doch dann macht unser Kind, was unser Kind nunmal so am Boden macht: Es dreht seinen Kopf ohne Pause von links nach rechts, nach links, nach rechts, nach links, nach..... (Leute mit Mindest-IQ von 12 wissen, was statt der Punkte einzusetzen ist)

 

Der Fotograf hätte ihren Kopf aber gern Richtung Decke oder wenigstens etwas ruhig für den kurzen Moment eines Klicks....

Aber warum sollte es ihm besser gehen als uns zu Hause - da macht sie auch was sie will ohne Rücksicht auf unsere Wünsche.

 

Der Fotograf am Anfang noch zuversichtlich: Er bewegt sich mit den Bewegungen ihres Kopfes und klickt was das Zeug hält - leider ist kein Bild zu gebrauchen... selbst wenn es scharf ist, entspricht es nicht den Anforderungen (von wegen beide Ohren zu sehen usw....)

 

Er merkt, dass er so nicht weiterkommt und holt eine kleine Glocke. Damit läutet er über ihrem Kopf, in der Hoffnung, dass die Kleine dorthin schaut und wahrscheinlich 10 Sek so bleibt... Aber was macht sie?

Selbstverständlich nichts, ausser: Kopf nach links, rechts, links, rechts.... 

 

Ok, er gibt nicht auf und holt ein Licht. Ich mein, ich muss zugeben, er hat Ideen, aber sie nützen nichts, denn auch das Lichtdingens lässt unsere Tochter kalt. 

Dieser neue Raum, die neue Situation, die Gerüche oder was auch immer, veranlasst sie einfach nur zu einem: Ohne Pause hin und her schauen.

 

Ja, mir wäre inzwischen schwindelig und wahrscheinlich hätte ich mich auch schon mindestens einmal übergeben - aber ich lieg da ja nicht rum, sondern sie - und sie scheint Spass zu haben.

 

Der Fotograf irgendwie nicht (mehr) Er versucht was Neues und redet mit ihr. Ich will nicht sagen, dass er bettelt, bittet und fleht, damit sie mal für eine Sekunde ruhig liegt und in die Kamera schaut, aber es ähnelt diesen Dingen etwas.

 

Aber die Tochter verhält sich dem Fotografen gegenüber genauso, wie ihr Vater, wenn ihre Mutter ihn nach Schokolade anfleht.... sie dreht sich weg.. ;-)

 

Vielleicht fragt ihr euch, was ich in der Zeit dort machte? Es ist, wie ihr vermutet: Ich steh daneben, beobachte alles und amüsiere mich über meine Tochter und die fruchtlosen Versuche des Profis ;-)

 

Dann hat er DIE Idee, denn plötzlich schaut er mich an und sagt vollen Ernstes: "Frau Pummelfee, rufen Sie sie mal".

 

Ähh, was glaubt er???? Das ein wenige Wochen altes Baby auf seinen Namen hört und sich auf Kommando zur Mama umdreht, keck in die Kamera lächelt und gut ist??

 

Ja, leider denkt er genau das. Ich sehe ihn verwundert an, aber er wiederholt seine Bitte. Was soll ich sagen: ich mache den Spass mit, bringe mich in Position, der Fotograf ebenfalls und dann rufe ich mein Töchterchen: "Thronfolgerin, schau mal zur Mama.... hier ist das Vögelchen..."

 

Und was macht das Kind? Genau: gar nichts :D :D :D

 

Selbstverständlich brachte auch mein Rufen nichts, aber - und nur das zählt ja - irgendwann, nacht etlichen Versuchen, hatte der Fotograf ein Bild, dass Ausweistauglich war.

 

Nächste Woche üben wir dann mit der Thronfolgerin das Sprechen - dann kann sie mitteilen, warum sie nicht in die Kamera schaut... oder so ähnlich.

Der Fotograf (ein Profi) war köstlich. Ich frage mich, ob er schon öfter Bilder mit Kleinen gemacht hat und ob es je funktionierte, dass ein wenige Wochen altes Kind auf die Rufe der Mutter hörte :D

 

0 Kommentare

(Pädagogische) Vorsätze...

... und was daraus in der Realität wurde...

 

Die Thronfolgerin ist erst 9 Wochen alt - und doch darf ich schon fast die ganze Zeit erste pädagogische Vorsätze komplett über den Haufen werfen ;-)

 

Ihr wisst vielleicht wie das ist - oder könnt es euch zumindest vorstellen: Man sieht oder hört oder muss live miterleben, wie andere Personen ihre Kinder verziehen erziehen und hat sofort eine klare Vorstellung wie man es selbst machen oder sicher mal nicht machen würde.

 

Diese Meinung gibt man gerne jedem und jeder, die es hören möchte, zum Besten. Erklärt noch altklug warum es genau so richtig ist und nicht anders.

 

Tja - und dann kommt das eigene Kind! :D Und alles ist anders.

 

Also mir geht es da gerade mit einigen Dinge so - und es werden sicher noch mehr dazu kommen :)))

Ich bin "Fachfrau", hab verschiedene Ausbildungen, Weiterbildungen und genügend Bücher über "Erziehung" und "Betriebsanleitung für Kinder" gelesen, aber Theorie und Praxis sehen halt nicht immer gleich aus... ;-)

 

Ein aktuelles Thema bei uns z.B. "in den Schlaf tragen..."

Ja, ich hab immer, wirklich immer gesagt "Wenn ich mal eigene Kinder habe, werde ich sie nie in den Schlaf tragen. Man darf eben gar nicht erst damit anfangen, sonst gewöhnen sie sich dran."

Bullshit ;-)) Theorie und Praxis... blablabla...

 

Unsere kleine Maus ist wirklich süüüssss, das süsseste Baby weit und breit. Aber: in gewissen Dingen ist sie seit der Geburt (ach was, genau genommen schon in der Schwangerschaft) anders.....

Es gibt Babies, die liegen einfach so rum, sind zufrieden und wenn sie müde werden, nicken sie einfach an... Unsere Thronfolgerin hat das seit Beginn ihres Erdenlebens nicht so gemacht.... Immer, wenn sie müde wurde und wird, fängt sie an zu schreien - und nein, sie hört nicht einfach so auf...Sie schreit, bis man sie aufnimmt. Aber selbst das reicht ihr nicht. Die Bücher sagen "sie braucht Nähe"... Ja, die hat sie, aber sie kommt ganz nach ihrer Mutter und will immer mehr... wenn man den kleinen Finger reicht und so...

Nähe allein reicht also nicht, denn: sie schreit auch auf dem Arm weiter. Glaubt mir, ich hab alles versucht (Geduld, Liebe, gutes Zureden, Schokolade vor dem Stillen...) aber: sie gibt erst Ruhe, wenn ich sie durch die Wohnung trage.... Zack, Baby ruhig und zufrieden. 

Bleib ich stehen (oder habe nur den Gedanken dran) - Gebrüll. Und nicht leise oder zaghaft, ne ne.. in etwa so, wie ich schreie, wenn jemand den Süssigkeitenschrank verschliesst und mir den Schlüssel nicht gibt...

 

Da kann ich mir noch 1000x vornehmen, mein Kind nicht in den Schlaf zu tragen... Es gibt einen Punkt, da will man einfach nur noch Ruhe - und wenn die nur durch Rumtragen einkehrt, tja, dann über Bord mit den pädagogischen Vorsätzen und das Baby wird getragen... *schäm*...

 

Immerhin: Nachts braucht sie es nicht, da kann ich sie wach ins Bett legen und sie schläft von selbst ein (keine Ahnung, warum es nicht auch am Tag geht...) 

Und: inzwischen kommt es auch mal vor, dass es reicht, wenn ich sie auf dem Arm schunkle ohne zu laufen... das macht Hoffnung, denn das ewige Rumgerenne geht mir doch manchmal an die Substanz - immerhin bin ich nicht mehr die Jüngste.

 

Und ich gebe zu: ich bin immer wieder über den extrem feinfühlig eingestellten Sender im Baby erstaunt, der genauestens spürt, wann man sich hinsetzen möchte... Mehrmals getestet: wir laufen seit einer Weile durch die Gegend, Mama wird müde, ist verspannt und möchte sich nur kurz mit dem Baby auf das Sofa setzen.... Das Baby ist bis jetzt zufrieden.... Mama bleibt am Sofa stehen - zack- der Kopf hebt sich von der Schulter auf wie die Ohren bei einem Wachhund, wenn er ein verdächtiges Geräusch hört.. Mama macht eine minimalste Bewegung Richtung Sofasitzfläche - zack- die Alarmanlage geht an und das Baby schreit lauthals los... wie spüren die das so schnell????? Mama läuft weiter - Baby wieder ruhig entspannt...

Das nenn ich Fremdbestimmt ;-)

 

Ein anderer (pädagogischer) Vorsatz war früher: Wenn ich mal ein Baby hab, wird es bei mir im Zimmer schlafen in den ersten Wochen. Dann spürt und hört es meine Nähe und es geht ihm besser.....

Zwischenzeitlich änderte ich meine Meinung dann auch mal und fand, dass es grad von Beginn an in seinem Zimmer schlafen soll. Zum einen muss man dann später nicht umgewöhnen und erspart sich evtl viel Ärger, zum anderen gehört das Schlafzimmer den Eltern als Rückzugsort...

Und dann kam unsere Thronfolgerin nach Hause ;-) Egal, was ich jemals gedacht/gewollt hatte: auf jeden Fall würde diese kleine, süsse, hilfebedürftige Wesen bei uns im Schlafzimmer nächtigen....

 

Es wurde Schlafenszeit, wir gingen ins Bett, noch während des "gute-nacht-sagens" war der einzigartigste Ehemann schon eingeschlafen, das Baby schlief und ich: mit weit aufgerissenen Augen im Bett. Klar, Aufregung...

Sie legte sich langsam, ich wurde müde, schloss die Augen, Baby macht ein Geräusch - zack- weit aufgerissene Augen... 

Dieses Spiel wiederholte sich die komplette Nacht. Und unser Baby macht viele Geräusche (bis heute)...

Damit war klar: es war die erste und einzige Nacht, die die Thronfolgerin bei uns schlafen würde - über Bord mit den (pädagogischen) Vorsätzen.

 

Die zweite Nacht verbrachte die Kleine in ihrem Zimmer - und ich konnte selig schlafen. Ich höre sie sobald sie schreit, aber ich höre nicht die tausend Mini-Geräusche und wache nicht mehr jedes Mal auf.

 

Bin ich traurig deswegen? Nein ;-) Wir alle schlafen gut, ich werde die Kleine nicht umgewöhnen müssen und zum Stillen kann ich sie trotzdem kurz ins Bett holen, weil der Ehemann nichts mitbekommt ;-) Beste Lösung für alle, aber wieder mal anders als geplant ;-)

 

Es gibt noch mehr so Beispiele (z.B. dass ich meinen Alltag nicht komplett nach dem Baby umstellen werde, sondern sie lernen muss, sich anzupassen) bei denen ich vor unserer Thronfolgerin überzeugt war, ich bestimme wie es läuft, aber ich muss zugeben: in vielen Dingen bestimmt die Kleine.

 

Das ist etwa so wie bei dem einzigartigsten Ehemann und mir: vor unserer Hochzeit, malte er sich ein Leben aus, wie es mit mir sein würde... Theorie... und dann kam die Praxis und er merkte recht schnell, dass es so läuft wie ich es will - oder er leidet ;-)

Nun bin ich fremdbestimmt... ob das die Rache ist ;-))))

 

Wie auch immer: für die Zukunft weiss ich, dass ich mir bestimmte altkluge Weisheiten und pädagogische Tipps einfach mal sparen kann :D Jedes Kind ist anders und braucht andere Dinge. Es gibt nicht "die Anleitung" - schon gar nicht bei unserem charakterfesten Kind ;-) Und das ist voll ok so :))))

 

Ich geniesse die Maus, so wie sie ist. Und wenn ich dafür zur Zeit mit ihr in den Schlaf laufen muss, dann mach ich das. Es wird nicht ewig so sein, davon bin ich überzeugt ;-) Und wenn sie nun mal nicht gerne geweckt wird und danach ein Schrei-Konzert veranstaltet, dann versuch ich halt noch für die nächste Zeit so gut wie möglich darauf einzugehen...

 

Die Zeit rast und all diese kleinen Dinge sind nicht von Dauer.... ich brech mir keinen Ast ab, wenn ich zugebe, dass das theoretische Wissen nicht immer so in der Praxis funktioniert ;-)))

 

Bin gespannt, wo ich noch alles "dazulernen" darf ;-))))

 

Und kann irgendjemand diesem Schatz böse sein oder an pädagogischen Vorsätzen festhalten, wenn sie einen anlächelt und dabei was anderes verlangt?? ;-)))

0 Kommentare