Back in business

Diese Woche war es soweit: Mein erster richtiger Arbeitstag nach der Mama-Pause stand an.

Die einen (vor allem Deutsche) mögen jetzt denken: WAAAAASSSS? Jetzt schon??? Die Thronfolgerin ist doch erst 9 Monate alt... Krass... Armes Kind, arme Mutter..

Die anderen (vor allem Schweizer) mögen jetzt denken: WAAAASSSS? Jetzt erst??? Die Thronfolgerin ist doch schon 9 Monate alt... Krass... Armes Kind, arme Mutter...

 

Das liegt daran, dass die Regelungen von Mutterschaft und Elternzeit anders sind bzw. in der CH gar keine Elternzeit existiert. Der Mutterschutz endet hier nach 14 Wochen und dann müssen alle, die keine Sonderregelung haben und unbezahlten Urlaub nehmen wieder arbeiten.

Der Luxus, bis zu 3 Jahren zu Hause bleiben zu können, bleibt allein den Deutschen vorbehalten.

 

Und damit ist klar: für CH-Verhältnisse war ich lange zu Hause mit dem Baby ;-)

Aber ich will ja hier nicht die Vor/Nachteile von den Familienreglungen unserer Länder beschreiben, sondern über meine neuen Schüler herziehen.

 

Ob es dazu wirklich Grund gibt, weiss ich noch nicht, aber seit Mo arbeite ich wieder und vielleicht ergibt sich da dann auch wieder mal die eine oder andere lustige Begebenheit mit den jungen Hüpfern.

 

Ich habe zwei Klassen, denen ich nützes und unnützes Wissen vermitteln darf: eine Klasse im 1 Lehrjahr, die am Mo ihren ersten Tage Berufsschule hatten und eine Klasse 2. Lehrjahr, die bereits ein Jahr Erfahrung und Klugscheisserei mitbringen.

Auf den ersten Blick scheinen es nette Klassen zu sein, mit denen man arbeiten kann, aber was lässt sich schon nach 2 Tagen genaueres sagen..... Wir warten ab.

 

Hoffen wir, dass es nicht so endet:

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Wie heisst das nochmal?

So, die letzten Wochen war es sehr ruhig bei der Pummelfee - dafür gibt es natürlich Gründe, aber die werden an anderer Stelle genauer erörtert werden. Heute will ich mit ein paar Dingen der Schüler starten...

Wir hatten vor 2 Wochen für alle Lernenden im dritten Lehrjahr die Abschlussprüfungen. Das läuft so, dass die sehr gut vorbereiteten und voll motivierten Schüler morgens um 7.45 Uhr zur Prüfung erscheinen und dann bis 12 Uhr vier grössere, schriftliche Prüfungen ablegen.

 

Ich selbst war "nur" dafür zuständig, ihnen beim konzentrierten Antworten zuzusehen und dafür zu sorgen, dass sie nicht betrügen. Auch eine Arbeit, irgendwie ;-)

 

Anschliessend hiess es dann für uns Lehrer: Jetzt beginnt der Spass, denn diese hunderte von Prüfungen müssen ja auch noch alle kontrolliert werden... Konkret bedeutet dies, drei Tage am Stück wurden Antworten gelesen, für richtig oder falsch befunden und Noten drunter gesetzt. Obwohl es viel zu lesen war, machte dies Arbeit in kleinen Teams doch recht Spass.

 

Was vor allem für Spass und Unterhaltung sorgte, waren mache Antworten der Prüflinge - und in deren Genuss dürft ihr heute auch kommen.

 

1. Ein Schüler erklärte den Begriff "Patchworkfamilie" damit, dass es sich um eine "zusammen gefickte" Familie handelt... - genau genommen hat er sogar recht, auch wenn er "zusammen geflickt" meinte :D

 

2. Jemand anderes schrieb davon, dass bei Klienten die Anatomie unterstützt werden müsste. Sagen wollte sie, dass die Autonomie unterstützt werden sollte.. Wir machten uns lachend Gedanken darüber, wie es wohl konkret aussehen würde, wenn man bei einem anderen Menschen die Anatomie unterstützt....

 

3. Wieder jemand schrieb, davon, dass die Aname ein schützenswertes Dokument sei.... hm, war der Name gemeint? Oder das Annehmen von etwas? Wir kamen dann drauf, dass die Person sagen wollte, die Anamnese  sei ein schützenswertes Dokument.. Ok..

 

4. Auch für sehr lachende Gesichter unter uns Lehrern sorgt die Antwort, dass man für diese Arbeit ein einfühlsames Vermögen  bräuchte... was sollte das denn sein? Wenn die Hunderternötli in der Geldbörse weinen? Oder wenn der Reichtum mit uns mitfühlt...? Gemeint war natürlich, dass man Einfühlungsvermögen für die Arbeit braucht.

 

5. Dann gab es noch kleinere Dinge wie: jemand schrieb kommon statt kommen und wir verfielen promt in Gangsterslang.  Jemand schrieb von einem Ornigramm und wollte eigentlich Organigramm schreiben und eine andere Person zählte bei einem Punkt den Endstand der Krippe auf - wir wissen bis heute nicht, was damit gemeint war, haben aber da dem Zeitpunkt nur noch davon geredet, dass wir selbst den Endstand erreicht hätten und eine Pause bräuchten. 

 

Und so gingen die Korrekturtage mit einiges an Unterhaltung vorbei. Es gab noch viele kleine lustige Beiträge, aber das würde hier sonst ausarten ;-) Und so wünschen wir den neuen Berufsanfängern alles Gute, viel einfühlsames Vermögen und eine gute Unterstützung ihrer Anatomie ;-)))

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Von Bierbäuchen und Lesben aka Gender

Das Schöne an meinem Beruf als Lehrerin sind natürlich die unterrichtsfreien Zeiten - so wie sie gestern erneut für zwei Wochen angefangen haben ;-) Allerdings, nur weil ich "frei" habe, habe ich nicht wirklich frei.... Tatsächlich arbeite ich diese Woche an Vorbereitungen - und dann ab nächster Woche habe ich auch frei ;-) Aber es ist schon schön, den Unterrichtsalltag für kurze Zeit nicht im Nacken zu haben.

 

Etwas, das ich gerade beenden konnte, war das Korrigieren von Soziologieprüfungen, die letzte Woche noch geschrieben wurden... Und wie öfter mal, haben mich einige - vor allem aber eine - Schülerin, so zum Lachen gebracht, dass mir die Tränen liefen.... Selbst der einzigartigste Ehemann musst schallend lachend, als ich ihm eine Antwort aus der Prüfung vorlas.... Und wenn Prinzessin und Mann es für lustig befinden, darf auch die Welt daran teilhaben...

 

Das Thema der Prüfung war "Gender". Wem das nichts sagt: Es geht grundsätzlich um "typisch Mann (Junge), typisch Frau (Mädchen)" und die Bewegung, dass die Geschlechterrollen heute gleichgestellt werden sollen, damit es eben diese Unterschiede nicht mehr gibt. Im Unterricht wurden dann Dinge besprochen, wie z.B. Gender im Hort oder in der Krippe aussehen kann. Wo ist es sinnvoll, typische Rollenbilder mal sein zu lassen und wo können sie aufrecht erhalten werden... Wir bezogen dies dann auf Aussagen, die von den Fachpersonen oft gemacht werden, auf Kleidung der Kinder, auch auf die Einrichtung (soll es "typische" Jungsecken und "typische" Mädchenecken geben, oder gemischte Spielräume usw...

 

Auf jeden Fall kam am Ende der Prüfung als "ResümeeFrage" die Aufforderung, seine eigene Meinung bezüglich der Gender-Thematik nochmals zu beschreiben. Gedacht war eine Antwort, die sich natürlich auf das Arbeitsfeld bezog, auf den Umgang mit den Betreuten.

Eine Schülerin hat das irgendwie nicht ganz mitbekommen und dann eine sehr ausführliche und vom Thema völlig wegschweifende Antwort vom Stapel gelassen... Sie kam über nackte Oberkörper in New Yorker U-Bahnen bei Männern und/oder Frauen zu Lesben, denen das evtl. gefallen würde. Bierbäuche wurde selbstverständlich ausgenommen - die will ja keiner sehen. Ihre Gedanken führten dann kurzweilig zum Thema Abtreibung und das Mitspracherecht für Männer, wobei sie zugegebnermassen selbst bemerkte, dass sie abschweift und dies auch so in der Prüfung festhielt...

Meine Güte, hab ich gelacht... Vieles davon hat nichts mehr mit Gender zu tun, aber da ich so gelacht und erheitert wurde, gab's trotzdem Punkte (ok, es lag eher daran, dass der erste Teil der Antwort besser war ;-) Aber nun - seht selbst:

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Wohin bloss mit den Tampons

So, nachdem es aus Gründen die letzten Wochen nichts zu lesen gab, ist heute mal wieder ein kurzer Beitrag aus der Schule dran...

Das Wichtigste zu erst: Die Prinzessin hat sich einen Pullover gekauft, der ihren beruflichen Status widerspiegelt:

Nun aber zu dem eigentlichen Grund meines Schreibens... Meine lieben Schülerinnen.

Am Donnerstag Unterrichte in einer ganz besonderen Klasse - nur vor-, voll- und nachpubertierende Girls ;-) 
Und wie alle Teenies haben dir ihre ganz eigenen Probleme, die jeder erfahren muss, die aber nur selten zu ihrer Zufriedenheit gelöst werden können.

Z.B. Der Junge, den sie süss finden, findet sie doof. Oder die Haare sind nicht richtig im Sitz. Oder die Lehrerin redet zu schnell und sagt nie was wichtig ist.... Gerade beim letzten Beispiel ist die Lösung: "Hören Sie mal fünf Minuten im Unterricht zu" nicht gerade eine beliebte Lösung...

 

Andere haben zu viel Schulmaterial, sich deswegen einen kleinen Reisekoffer zum Verstauen gekauft, aber den die Treppen schleppen finden sie dann auch doof und wollen sie nicht.

 

Wieder andere haben eindeutige Platzprobleme in ihren Handtaschen... Nicht, dass die Handtaschen klein wären - nein, das sind teilweise halbe Seesäcke, in die mein Wocheneinkauf passen würde - aber für die Ladies reicht der Platz nicht aus... Müssen sie doch 3x Wechselkleidung (vielleicht trifft man einen süssen Jungen) Schminksachen in doppelter Ausführung, 4 Bürsten und sonst noch Frauenzeug mitnehmen.

Und dann passiert es halt schon mal, dass man sich für die Dinge, die nun in der Handtasche keinen Platz mehr haben, einen neuen Aufenthaltsort suchen muss.

Ich geh heute also durch meine Klasse und schaue, wie sie vorankommen mit der äusserst anspruchsvollen Aufgabe von Lehrerin Pummelfee, als mein Blick auf etwas fällt und dort verdutzt, ungläubig und fragend hängen bleibt...

Die Schülerin sieht das Wechselbad der Fragen in meinem Gesicht, schaut mich an und erklärt völlig, aber wirklich völlig selbstverständlich: "Man, ich hatte keinen Platz mehr in meiner Handtasche.. ist ne gute, Idee, oder?"

Ich hab ihr dann nett und teilweise belustigt erklärt, dass ich die Idee eher suboptimal finde, aber froh bin, dass nur die Frischen und nicht schon Benutzten dort deponiert werden :D (ja, die Lehrerin wieder....)

Dass es auch Orte wie Hosentasche, Zigi-Packung oder Federtasche gäbe, wollte ich ihr dann nicht erklären - vielleicht hat sie auch mal keinen Platz mehr für Schokolade oder so, dann sehe ich das grad und kann mich bedienen...

 

Und hier nun noch das Bild zu dem Objekt meines Erstaunens: Die Schülerin hat ihre Tampons in den Ringordner mit ihren Notizen gesteckt und dort sehr offensichtlich für alle aufbewahrt :D Und ja, es wurden weniger mit der Zeit :D

Oh, man ich bin echt zu alt für sowas.... hoffentlich liegt nächste Woche ein Schokostängel drin...!

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Und, Frau Pummelfee, wohin fliegen Sie in die Ferien?

Wenn ich etwas in meiner noch recht kurzen Zeit als Lehrerin gelernt habe, dann, dass alle Welt glaubt, wir haben 12-13 Wochen Urlaub im Jahr. Das Umfeld, meine Schüler und der einzigartigste Ehemann der Welt glauben das. 

Ist aber gar nicht so. Wir, an unserer Schule, haben genau wie alle anderen 4 Wochen Urlaub im Jahr und der Rest ist "unterrichtsfreie Zeit" in der man Zeit hat zum Vorbereiten, korrigieren, Unterricht planen usw...

Klar, es ist ohne Frage angenehm und die einen oder anderen haben weniger/mehr zu tun, aber es ist kein Urlaub. ;-)


Letzte Woche am letzten Schultag, fragten natürlich einige, "Und, Frau Pummelfee, wohin fliegen Sie in den Urlaub?", völlig überzeugt davon, dass ich natürlich wegfliege.

Tu ich aber nicht.

Ich bereite aber auch nicht die ganze Zeit vor...

Ich bin Spital! (so würde mein Mann es auf Grund von Erlebnissen im letzten Jahr ausdrücken)


Grammatisch falsch, inhaltlich richtig: ich gehe ins Spital. Eine OP, die gemacht werden muss, aber nicht dringend ist, da es nur ein kleinerer Eingriff am Prizessinnenfuss ist, wurde von mir persönlich auf die Herbstferien gelegt, damit ich während der Schulzeit nicht fehle...  Und die steht jetzt morgen an. 

Bin ich nicht vorbildlich? Ich kann mich gleichzeitig wie eine verwöhnte Prinzessin und wie eine verantwortungsvolle Lehrerin benehmen.. :D


Ja, ich werde die erste Woche der Schulferien als im Krankenhaus verbringen und sollte Ende der Woche alles gut sein, dürfte ich am Wochenende sogar nach Hause und dort weiter den Fuss hochlegen. Und da ich dann eh ans Bett gefesselt bin, werde ich die Zeit dann zum Vorbereiten im Computer nutzen ;-))


Mitgliedskarten richten an: Ärmste Prinzessin der Welt, Schloss-Spital Gipsbein ;-)

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